25.6.2018: Lasset die Spiele beginnen!

von Susanna Winkelbauer und Marcel Fernsebner

Um 8 Uhr Früh starteten wir mit unseren heißgeliebten, klapprigen Fahrrädern in Richtung La Gamba. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Finca Modelo um eine HOBO Wetterstation (misst Temperatur und Feuchte in zwei verschiedenen Höhen, sowie die Globalstrahlung) aufzustellen und mit der süßen Katze zu spielen, machten wir uns auf den Weg zu einem Kakaobauern. Auf der unebenen, mit Schlaglöchern durchzogenen Straße kam es aufgrund von teilweise fehlender Bremsen und springenden Ketten zu kleineren Pannen. Auch ein paar selbstmordgefährdete Hühner liefen uns über den Weg. Trotzdem schafften wir es alle unversehrt ans Ziel.
Dort angekommen mussten die Fahrräder erstmal mit Bananenblättern vor langfingrigen Passanten versteckt werden bevor es nach einer kurzen Flussdurchquerung (zum Glück entschieden sich alle wieder für die Gummistiefel) auf das schön gepflegte Grundstück des Kakaobauern ging. Dort bekamen wir sofort eine Fruchtverkostung. Hungrig verschlangen wir die Naranjilla samt Schale, welche aber, wie wir sogleich feststellen mussten, nicht zum Verzehr geeignet ist. Unbeirrt setzten wir die Verkostung fort und genossen die von weißem Schleim umgebenen Bohnen der Kakaofrucht – schmecken wie Zuckerl. Anschließend zeigte uns Ovidio der Kakaobauer seine Plantage, welche 1600 Bäume umfasst. Dabei erfuhren wir wie schwierig seine Tätigkeit ist, da die Früchte des Kakaobaumes sehr anfällig für verschiedene Pilze sind. Einmal befallen, sind sie nicht mehr zu retten und verfaulen.

Die zuvor fermentierten und sonnengetrockneten Bohnen wurden geröstet, mit einem gigantischen Stößel zerstampft und anschließend zermahlen. Hier durften sich auch einige Meteorologen an der Kakaomühle versuchen – ein wahrer Kraftakt, der sogar die Stärksten zum Schwitzen bringt. Die resultierende Kakaomasse wurde erhitzt und mit viel Zucker und Wasser vermischt, wodurch sich eine schokoladenähnliche Substanz ergab. Da viele von uns schon seit Ankunft in Costa Rica auf Schokoladenentzug waren, erfreuten wir uns sehr an der mit Bananenstücken servierten zartbitteren Delikatesse – nur Palatschinken und Vanilleeis hätten diesen Moment noch besser machen können. Zum Schluss konnten wir noch selbstgemachte Schokolade, Kakaobutter und ausgefallene Souvenirs erstehen.

In der Zwischenzeit haben Birgit und Anton mithilfe der Drohne und eines Temperatur- und Strahlungsloggers versucht, eine Temperaturprofilmessung durchzuführen- Ebenso wurde HOBO Niederschlagskübel abgebaut und im Anschluss ausgelesen.

Temperaturprofilmessung
Foto: Birgit Eibl

Nach einer holprigen Rückfahrt erwartete uns ein köstliches Mittagessen bestehend aus Tortillas mit Guacamole, Bohnen, Fleisch und mehr. Während der darauffolgenden Siesta überraschte uns eine große, rötlich-graue Schlange (siehe Bild). Nachdem wir erfuhren dass diese nicht giftig war konnten wir sie sogar noch streicheln und ihre weiche Haut bewundern.

Beim Abbau einer Wetterstation flog uns schon die nächste Überraschung entgegen. Im Masten und Niederschlagskübel haben sich Wespen und Ameisen eingenistet – Insekten haben anscheinend eine Affinität für meteorologischen Vorrichtungen.

Am Abend erfolgt dann das heiß ersehnte Tischtennisturnier. Gespielt wurden acht Paarungen wobei der Gewinner fürs Aufsteigen zwei Sätze zu je 11 Punkten gewinnen musste. Man erinnere sich an das Hammerduell von LV-Leiterin Birgit und Tropenstationsleiter Antonio, welches letzterer für sich entschied. Die jeweiligen Gewinner spielten im Viertelfinale dann gegeneinander, et cetera. Im Finale standen dann La Gamba Pionier Anton alias Antonio aus dem Waldviertel sowie der krasse Außenseiter und Überraschungsmann Marcel aus dem Pinzgau. Somit stand das Traumfinale Wiener Meteorologen – Lokalmatadoren fest. Man sei gespannt wer gewonnen hat…

 

PS: Wir würden uns über Kommentare freuen! 😀

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2 Gedanken zu “25.6.2018: Lasset die Spiele beginnen!

  1. Chris

    Da selbst die Schlangenexperten unter den daheimgebliebenen Meteorologen – trotz großer Costa Rica Erfahrung – die Schlange nicht benennen konnten (und teilweise wilde Theorien aufgestellt wurden :D), stellen wir hiermit eine offizielle Anfrage bezüglich der Schlangenart nach Costa Rica. Außerdem wird nach Betrachtung der Tischtennis-Ergebnisse die Vermutung in den Raum gestellt, dass auf Seiten der Lokalmatadoren im Vorfeld heimliche Trainingssessions durchgeführt wurden. Hier wäre, betrachtet man die Wichtigkeit des Turniers, vermutlich ein Untersuchungsausschuss angebracht. Je nach Ausgang des Turniers wird diese Forderung aber wieder zurückgenommen. 😀 Die Cliffhanger sind auf jeden Fall Oscar-reif. 😉 Pura Vida!

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