27.6.2018: Cocodrillos y cojones

von Fabian Frank und Maximilian Weissinger

Der gestrige Abend wurde mit einer großen Fiesta begangen. Heiße lateinamerikanische Rhythmen verleiteten so manchen zum Tanzen. Und es wurde spät. Ziemlich spät. Als morgens der Gong zum Frühstück ertönte war etwa in Matula 3 nur ein leises Brummen zu hören. Während die Ticos bereits wieder in „Pura Vida“-Stimmung waren, so verlief am Frühstückstisch der eine oder andere Blick ins Leere. Die anstehende Bootsfahrt wurde mit gemischten Gefühlen erwartet.
Dann waren auch schon die Taxis da. Die Fahrt gestaltete sich abwechslungsreich und kurzweilig und wir erreichten die Hafenstadt Golfito. Die als Handelshafen für Bananen gebaute Stadt erstreckt sich entlang der wunderschönen Küste des Golfo Dulce. Direkt hinter den Häusern ragen von Regenwald bewachsene Berghänge empor. Wir machen einen kleinen Rundgang durch das Pueblo civil, wo sich eine Bar an die Nächste reiht. Aus einem kleinen Raum tönen dabei lautstark heiße Disko-Tracks und eine Frau strampelt am Hometrainer. Zurück im Hafen warten wir auf unser Gefährt und sind sehr froh, dass außer einem blauen Tretboot doch noch ein größeres Motorisiertes vor Anker liegt. Bei der Ausfahrt aus der Bucht bekommen wir einen wunderschönen Ausblick auf Golfito und werden von Pelikanen überholt. Bootskapitän Conejo fährt mit uns den Rio Coto hinauf, vorbei an Kormoranen und Silberreihern. Schließlich begegnen wir auch einem ganzen Haufen Krokodile, die sich glücklicherweise nicht auf einen Brunch getroffen hatten. Dann erreichen wir die Mangrovenwälder, die aus nur einer einzigen Baumart bestehen. Im Wasser schwimmen Kugelfische, in den Bäumen kraxeln grüne Leguane und Kapuzineräffchen.

In einem Kanal laufen wir auf einen Baum auf und beschließen, das Mittagessen abzuhalten. Die Empanadas mit Käse und Bohnen werden mit frischem Chili gewürzt, die eine oder andere Träne ist auch dabei. Nach dem Essen legen wir an einem Steg am Fluss an, um Baden zu gehen. Mit dem Gedanken an die Krokodachsl im Hinterkopf betreten wir die Insel. Nach einem kurzen Fußweg über die Insel erreichen wir eine Bar. Die costaricanische Fußballmannschaft hatte extra mit dem Ausgleichstor gegen die Schweiz auf unsere Ankunft gewartet. Wie zu erwarten wurden die Stimmbänder des Kommentators ausgiebig strapaziert. Draußen hinter der Bar bietet sich uns ein prachtvoller Strand und wir stürzen uns begeistert in die Wellen. Das Wasser hat Badewannentemperatur und der Blick auf die Palmen lässt keine Wünsche offen. Die Meteorologen zeigen natürlich auch ihr handwerkliches Geschick und so werden Kokosnüsse geknackt. In der Ferne konnten wir hoch aufgetürmte Cumulonimben bewundern, die Lieblingswolke des Meteorologen. Nach einem ausgiebigen Sonnenbad verlassen wir den Flussarm in Begleitung einiger Delfine. Zu unserer großen Begeisterung haben wir von einem treuen Leser unseres Blogs eine Flasche des Nationalgetränks geschenkt bekommen. Wir möchten uns bei Herrn Professor Steinacker herzlich für die großzügige Spende bedanken, welche sofort mit einer Melone genossen wurde, was die ohnehin schon spannende Bootsfahrt noch kurzweiliger machte. Über einen alten Transportkanal der ehemaligen United Fruits Company nahmen wir eine Abkürzung zurück in den Golfo Dulce. Auf dem Weg zurück nach Golfito konnten wir gleich zwei Affenarten nebeneinander bewundern. Kapuzineräffchen und Brüllaffen. Letztere zeichneten sich durch ein markantes Körperteil aus, wobei der Alphaaffe die Größten hatte. Natürlich blieben wir Meteorologen bei den Erklärungen stets professionell. Zum Schluss legten wir wieder in Golfito an. Wir verabschiedeten uns bei Conejo und wurden von unserem coolen Busfahrer begrüßt.

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