28.6.2018: Vom Sommer in den Winter

von Judith Hahofer und Sabrina Marth

Letzter Tag in La Gamba. Wir blicken auf eine wunderschöne und sehr lehrreiche Zeit zurück. Neben den vielen Informationen über die Botanik und die Welt der Tiere, bekamen wir auch einen Einblick, wie sich die Natur hier auf das Klima einstellt.

Obwohl wir uns in der Regenzeit befinden, hat es zu unserer Überraschung verhältnismäßig wenig geregnet. Vor dem jeweiligen Auslesen der Niederschlagsmessgeräte wurden Wetten abgeschlossen, um wie viel es sich nun handeln könnte. Und wir lagen oft daneben. Es bedarf schon einiges an Erfahrung, um hier die Mengen richtig bestimmen zu können.

Eine besondere Augenweide sind die Wolkenformationen in den niedrigen Breiten. Aufgrund der schon hoch liegenden Tropopause sind Cumulonimben mit einer gigantischen Mächtigkeit zu bestaunen.

 

Nach dem Frühstück ging es dann über die Interamerikana, die vom Feuerland bis nach Alaska reicht, Richtung Villa Mills im Gebiet des Cerro de la Muerte (Todesberg). Wie der Name schon verrät, handelt es sich um eine sehr gefährliche kurvenreiche Route, bei der es in regelmäßigen Abständen zu schweren Unfällen und Pannen kommt.

 

Bei einem kleinen Zwischenstopp besuchten wir einen Souvenirladen eines Indianerstammes, die sich Boruca nennen. Indianer machen in Costa Rica 1% der Bevölkerung aus.

Auf unserem Weg ins Hochgebirge konnten wir einen Einblick der Ananasplantagen gewinnen. Hier nun ein paar Infos für alle, die Ananas genauso lieben, wie wir:

Der Anbau von Ananas zeigt sich als eine reine ökologische Katastrophe. Vom Setzen der Ananas, welche zur Familie der Bromelien gehört, bis zur Ernte der Frucht dauert es rund 18 Monate, als 1 ½ Jahre. Wie auf dem Foto zu erkennen, wächst pro Pflanze nur eine Frucht.

Nach der Ernte stirbt die Pflanze ab, wobei der Prozess durch Spritzmittel und anschließendem Verbrennen beschleunigt wird. Die Folgen: Die Böden dieser riesigen Anbaugebiete werden ausgebeutet und verseucht. Wenn man darüber nachdenkt ist es ein unglaublich beunruhigender Kreislauf, der fatale Folgen für die Natur hat.

Das geschieht alles für den Export. In Europa werden die noch unreifen Früchte in Reifekammern gelagert. Der Preis für eine Ananas liegt bei uns zuhause bei rund 2€ – genauso wie hier. Der Transport wird also kaum in den Verkaufspreis miteingerechnet, was einen enorm hohen ökologischen Fußabdruck bedeutet.

Dabei ist es auch keine Seltenheit, dass die gewinnorientierten Unternehmen den Einheimischen Grund enteignen um die Anbaugebiete zu erweitern.

Damit die Meteorologie nicht ganz zu kurz kommt, wurden Messungen von Temperatur und Feuchte über eine Dauer von zwei Stunden durchgeführt, um die Änderung mit der Höhe mitverfolgen zu können. Zwischen 560 und 2800 m besteht ein Temperaturgradient von 13°C. Die Feuchte blieb aufgrund einsetzendem Regen ziemlich konstant.

Nach Beziehen der Zimmer, die schon Almcharakter aufweisen, ging es in den Bergregenwald. Um mal wieder die Frage zu beantworten, ob wir trocken geblieben sind…lasst uns kurz überlegen…NEIN!

Gute Kondition, festes Schuhwerk und akrobatische Kletterkünste waren jedenfalls von Vorteil. Auf einer Höhe von 3100 m war der geringe Druck von rund 700 hPa vor allem beim Aufstieg deutlich spürbar. Der Regenwald zeigte sich sehr kontrastreich im Vergleich zu den Wäldern, die wir bis jetzt erkundet haben und im Nebel kam magische Märchenwaldstimmung auf.

Ausgerüstet mit Schlafsäcken, Winterbekleidung bzw. stylischem Lagenlook und so mancher Rettungsdecke geht es in eine „oaschkolte“ Nacht. Bei 9°C Außentemperatur (20:30 Uhr) und ohne Heizung und Warmwasser schläft es sich heute sicher besonders gut. Immerhin gibt es einen Vorteil: „NO NOBITE!“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s